Ganzkörpertraining
Bewegung gezielt einsetzen
Regelmässiges Training kann die Symptome von Parkinson positiv beeinflussen. Es verbessert unter anderem Beweglichkeit, Gleichgewicht, Ausdauer und Koordination. Gleichzeitig kann Bewegung die Lebensqualität und das Wohlbefinden fördern.
Welche Bewegungsform geeignet ist, hängt von den persönlichen Bedürfnissen und Möglichkeiten ab. Besonders gut untersucht sind Tanz, Tai Chi und Qi Gong sowie Laufbandtraining und Nordic Walking.
Tanz
Freude an Bewegung und Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit
Tanz verbindet Bewegung, Musik und Rhythmus. Die Musik kann als «Cue» helfen, Tanzschritte im richtigen Rhythmus auszuführen, und wirkt sich zusätzlich positiv auf die Stimmung aus.
Je nach Tanzrichtung wird der ganze Körper beansprucht. Trainiert werden unter anderem:
- Arm- und Beinbewegungen
- Gleichgewicht und Koordination
- Gehen, Stoppen und Drehen
- Stehen auf einem Bein
- Ausdauer
Trainingsempfehlung
Regelmässigkeit und Wiederholung sind entscheidend für den Trainingseffekt. Die Europäische Physiotherapie-Leitlinie empfiehlt zweimal pro Woche während jeweils einer Stunde über mindestens zehn Wochen zu tanzen.
Tai Chi und Qi Gong
Ganzheitliches Training für Körper und Geist
Tai Chi und Qi Gong verbinden langsame, fliessende Bewegungen mit Konzentration, Atmung und Entspannung. Die traditionellen chinesischen Bewegungsformen sprechen sowohl den Körper als auch den Geist an.
Wirkung
Bei regelmässigem Training können Tai Chi und Qi Gong insbesondere motorische Symptome und das Gleichgewicht positiv beeinflussen. Die Übungen können zudem helfen, zur Ruhe zu kommen und das eigene Wohlbefinden zu stärken.
Trainingsempfehlung
Empfohlen wird ein Training von 45 bis 90 Minuten, zwei- bis dreimal pro Woche. Tai Chi und Qi Gong können allein oder in der Gruppe praktiziert werden. Das gemeinsame Training kann zusätzlich motivieren und den sozialen Austausch fördern.
Laufbandtraining und Nordic Walking
Ausdauer und Bewegungskontrolle verbessern
Laufbandtraining und Nordic Walking eignen sich besonders, um die Ausdauer und das Herz-Kreislauf-System zu trainieren. Bei Parkinson ist es wichtig, gleichzeitig auf grosse und gleichmässige Schritte zu achten. So lässt sich das Training mit der Verbesserung der Bewegungskontrolle verbinden.
Mit «Cues» und Doppelaufgaben trainieren
Das Training kann durch sogenannte «Cues» unterstützt und durch Doppelaufgaben erweitert werden. Dazu gehört beispielsweise, während des Gehens ein Gespräch zu führen oder eine zusätzliche Aufgabe zu erledigen. Dadurch wird das Bewältigen von Doppelaufgaben gezielt trainiert.
Intensität steigern
Der Trainingseffekt lässt sich beispielsweise durch höheres Tempo oder Bergaufgehen steigern. Beim Nordic Walking können zusätzlich grosse und fliessende Bewegungen bewusst eingesetzt werden.
Trainingsempfehlung
Für spürbare Effekte sollte das Gehtraining mindestens dreimal pro Woche während 30 Minuten durchgeführt werden, idealerweise über mindestens vier Wochen. Anschliessend sollte das Ausdauertraining regelmässig weitergeführt werden.
Empfohlene Trainingsarten mit Parkinson
- Boxen
- Feldenkrais
- Yoga
- Klettern
- Laufband
- Nordic Walking
- Pilates
- Qi-Gong
- Tanz
- Tai-Chi
- Tischtennis
- Wassergymnastik