Komplementärmedizinische Therapien

Parkinson Schweiz erhält oft Fragen zu alternativen Arzneimitteln wie etwa Mucuna pruriens oder Cannabis sowie zu anderen komplementärmedizinischen Therapieformen. Hier einige Antworten.

Was versteht man unter Komplementärmedizin?

Alternativmedizin und Komplementärmedizin sind Sammelbezeichnungen für Behandlungsmethoden und diagnostische Konzepte, die sich als Alternative oder Ergänzung zu wissenschaftlich begründeten Methoden der Medizin verstehen. Da viele dieser Therapieformen sehr wohl mit klassischen, schulmedizinischen Therapien kombiniert werden können, es also nicht um ein Enweder-oder, sondern um ein Sowohl-als-auch geht, ist der Begriff Komplementärmedizin zu bevorzugen. Die Hauptvertreter sind Naturheilverfahren, Homöopathie, Osteopathie, physikalische Therapieformen und Akupunktur.

Angesichts der Tatsache, dass die meisten Methoden der Komplementärmedizin nicht wissenschaftlich fundiert sind, teilweise aber auch von Ärzten angewendet werden, herrscht in der Medizin ein grosser Dissens über die Akzeptanz dieser Verfahren. Einigkeit besteht jedoch grösstenteils darüber, dass die Komplementärmedizin bei ernsthaften Erkrankungen eine Ergänzung sein kann, nicht jedoch ein Ersatz der wissenschaftlich fundierten Therapie.

Das Bedürfnis nach naturnahen Produkten und Therapien ist auch bei Parkinsonbetroffenen gross. Sie verwenden komplementärmedizinische Therapien mit ganz unterschiedlichen Absichten: als Ersatz für die klassischen Medikamente, als Ergänzung zu den klassischen Medikamenten, zur Linderung von Nebenwirkungen der Anti-Parkinson-Medikamente, zur Entspannung sowie zur Verbesserung einzelner Symptome wie Schlafstörungen, Schmerzen oder Verstopfung.

Während die Komplementärmedizin in der Bevölkerung beliebt ist, ist sie bei vielen Ärzten umstritten. Die Gründe dafür sind vielfältig. Für manche dieser Therapien konnte keine über den Placebo-Effekt hinausgehende Wirkung nachgewiesen werden. Einige können sogar schädlich sein. Zudem besteht die Gefahr von unerwünschten Interaktionen mit der klassischen Therapie. Auch sind die Therapiekosten oft unangemessen hoch.

Viele komplementärmedizinische Therapien haben eine ganzheitliche Herangehensweise und beziehen sowohl Körper als auch Psyche mit ein, was bei Betroffenen beliebt ist. Dabei ist die Beziehung zum Therapeuten oder zur Therapeutin ein ebenso entscheidender Faktor wie die Einstellung der Fachperson gegenüber der Komplementärmedizin. Diese Eigenschaften spielen jedoch auch in der Schulmedizin eine Rolle.

Prof. em. Dr. med. Mathias Sturzenegger

 

Naturprodukte und Parkinson

In der Komplementärmedizin gibt es Begriffe, die sehr unterschiedlich verwendet werden: Naturprodukte, Naturheilmittel, naturnahe Therapien, natürliche Therapien, pflanzliche Produkte, pflanzliche Therapien. Auch viele Medikamente der Schulmedizin stammen aus Pflanzen, etwa Penicillin.

Naturprodukte

Cannabis gegen Parkinson

Dieser Beitrag folgt im Juli, nach dem Erscheinen des Magazins Parkinson Nr. 142.

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