Die Diagnose mitteilen
Wann und wie sage ich es meinem Umfeld? Nach Erhalt der Diagnose Parkinson lohnt es sich, zuerst in Ruhe die eigenen Gedanken zu sortieren.
«Ich habe Parkinson.» Ein Satz, der nicht leicht auszusprechen ist, unabhängig vom Alter der betroffenen Person. Insbesondere für Menschen, die berufstätig sind, ist die Diagnose oft schwerwiegend. Denn es geht auch darum, den Arbeitgeber zu informieren. Und dies kann weitreichende Folgen haben.
Wen zuerst informieren?
So oder so sollte man sich in einem ersten Schritt Zeit nehmen, eine Reihenfolge der Personen zu erstellen, die man informieren möchte. Vom engen Umfeld über den erweiterten Bekanntenkreis bis zum Arbeitsplatz oder privaten Engagements, beispielsweise in einem Verein. Diese Liste kann danach in weiteren Schritten verfeinert werden. Insbesondere am Arbeitsplatz gibt es meist verschiedene Personengruppen, die nacheinander oder gemeinsam informiert werden können, die Teamkolleginnen und -kollegen, die vorgesetzte Person, die Personalabteilung oder auch Kundinnen und Kunden.
Bei der Wahl des Zeitpunkts spielt die Ausprägung der Symptome eine wichtige Rolle. Bevor typische Parkinsonsymptome erkennbar sind, lohnt es sich, aktiv zu informieren. Andernfalls riskiert man Fehlinterpretationen, die schmerzhaft sein können. Beispielsweise man sei desinteressiert oder ineffizient, weil die Mimik eingeschränkt oder das Arbeitstempo verlangsamt ist. Auch das Verheimlichen von Symptomen kann sich früher oder später als schwierig erweisen, da diese sich unter Stress noch verstärken.
Abwarten oder nicht?
Es empfiehlt sich dann mit der Mitteilung der Diagnose zu warten, wenn man für sich selbst noch Zeit braucht, diese zu verdauen. Oder um sich Informationen zu beschaffen in Bezug auf die Krankheit, auf die Arbeitsfähigkeit, die Sozialversicherungen und über finanzielle Aspekte. Je gründlicher man sich informiert fühlt, desto besser. So können gewisse Fragen möglicherweise von Anfang an geklärt und Unsicherheiten ausgeräumt werden.
Individuelle Auswirkungen
Viele kennen jemanden, der oder die an Parkinson erkrankt ist, und haben somit ein eigenes Bild der Krankheit. Die Ausprägungen und auch die Einschränkungen sind jedoch bei allen individuell. Deshalb ist es sinnvoll, zu erklären, wie sich die Krankheit konkret bei einem selbst auswirkt. Bei welchen Tätigkeiten bestehen Herausforderungen? Gibt es bereits Ideen, wie diesen begegnet werden kann? Und was ist weiterhin uneingeschränkt möglich? Es kann für Betroffene auch hilfreich sein, wenn sie ihr berufliches oder privates Umfeld um eine Rückmeldung bitten, wenn jemandem Veränderungen auffallen. Manches ist einem selbst vielleicht nicht bewusst. Wer von anderen darauf hingewiesen wird, kann darauf reagieren.
Mit allem rechnen
Es ist nicht einfach, über die eigene Diagnose zu informieren. Man muss damit rechnen, dass die Reaktion des Gegenübers nicht wie erwartet oder erwünscht ausfällt. Manche fürchten sich vor Konsequenzen am Arbeitsplatz oder Distanzierungen im privaten Umfeld. Leider kann dies vorkommen. Mit der nötigen Vorbereitung, Ruhe und Zeit lässt sich die Kommunikation aber gut planen und dies ermöglicht es, gemeinsam Wege und Strategien zu finden. Und einen offenen Umgang zu pflegen. Wichtig zu wissen: Egal gegenüber wem und zu welchem Zeitpunkt die Diagnose mitgeteilt wird, es gibt kein richtiges oder falsches Vorgehen. Die betroffene Person selbst ist Expertin oder Experte im Umgang mit ihrer Krankheit. Und somit auch beim Informieren über die Diagnose.
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