Schmerzen bei Parkinson erkennen
05.01.2026
Schwerpunktthema im neusten Journal.
Bis zu 80 Prozent der Menschen mit Parkinson leiden im Verlauf ihrer Erkrankung unter Schmerzen. Dennoch werden diese häufig übersehen oder nicht angemessen behandelt.
Im neuen Journal zeigen wir, wie Prof. Dr. med. Veit Mylius und sein Team des Rehazentrums Valens versuchen, dies zu ändern.
Mit einer von ihm entwickelten Methode gelingt es Fachpersonen besser, Schmerzen korrekt einzuordnen, die richtige Diagnose zu stellen und darauf aufbauend eine passende Therapie vorzuschlagen.
3 Fragen an Prof. Dr. med. Veit Mylius
Leitender Arzt Neurologie im Rehazentrum Valens
Weshalb ist es schwierig, Schmerzen bei Parkinsonbetroffenen richtig zu diagnostizieren?
Zu unterscheiden, ob Schmerzen durch Parkinson verursacht werden oder nicht, ist nicht einfach. Rückenschmerzen können zum Beispiel durch Parkinson ausgelöst werden, durch Fehlbelastungen durch Parkinson, aber auch durch altersbedingte Abnützung. Hier setzt unser Fragebogen zur Klassifikation von Schmerzen an.
An wen richtet sich der Fragebogen?
Primär an Fachleute der Neurologie. Doch das Schema für Diagnose und Behandlung von Schmerzen ist für alle wertvoll, die Parkinsonbetroffene behandeln, auch für Hausärzte und Orthopädinnen. Ich habe auch Parkinson Nurses dazu unterrichtet.
Wie können Betroffene davon profitieren?
Ihre Schmerzen lassen sich damit besser diagnostizieren. Und wird erkannt, ob sie im Zusammenhang mit Parkinson stehen oder nicht, ist eine zielgerichtete Therapie möglich. Häufig kommt es zu chronischen Schmerzen, wenn die dopaminerge Stimulation nicht ausreicht. Dann hilft es, die Medikation anzupassen. Umgekehrt kann auch eine zu hohe Stimulation zu Schmerzen führen, was allerdings selten ist.
Wäre es sinnvoll, Betroffene und Angehörige könnten Schmerzen selbst präzise unterscheiden?
Es ist denkbar, dass wir in Zukunft den Fragebogen für Betroffene vereinfachen. Damit könnten die Symptome noch präziser erfasst werden als mit dem heute eingesetzten Parkinson-Tagebuch und dem Befindlichkeitsspiegel.
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