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«Mir ist wichtig, nichts zu verbieten»

Über das Essen lassen sich die Parkinsonsymptome beeinflussen. Doch die eigenen Ernährungsgewohnheiten zu ändern, fällt nicht allen leicht. Wie gelingt das besser? Und weshalb darf die Freude am Essen nicht verloren gehen? Das erklärt Elisabeth Huemer, Ernährungsberaterin am Luzerner Kantonsspital, im Interview. 


Wie viel wissen Menschen mit Parkinson und ihre Angehörigen zum Thema Ernährung? 
Der Wissensstand ist sehr unterschiedlich. Einige sind sehr gut informiert, nutzen das Internet oder lesen Bücher dazu. Gerade für jüngere Menschen ist das Thema sehr wichtig. Dabei kann ich beobachten, dass das viele Wissen dann oft zu einer gewissen Verunsicherung führt. Wenn diese Personen zu mir in die Beratung kommen, suchen viele die Bestätigung, dass sie es gut machen.

Was sind Ihre wichtigsten Ernährungstipps? 
Die Ernährung sollte ausgewogen und gesund sein, das heisst, eine grosse Vielfalt an möglichst wenig verarbeiteten Lebensmitteln. Wichtig ist auch die ausreichende Aufnahme von Proteinen. Liegen Wirkungsschwankungen vor, kann es sinnvoll sein, zwischen der Einnahme von Levodopa und Eiweissen eine Pause einzuhalten. Wie dies am besten gelingt, kann mit einer Ernährungsfachkraft besprochen werden. Und hilfreich sind auch Nahrungsmittel, die die Zellen schützen und Entzündungen hemmen. Sie finden sich zum Beispiel in Beeren, bestimmtem Gemüse, Zwiebeln und auch in hochwertigen Pflanzenölen wie Lein- oder Baumnussöl.

Es gibt sehr viele Ernährungstipps. Wie gelingt es, diese umzusetzen und sich wirklich gesünder zu ernähren? 
Wichtig ist, sich konkrete, realistische Ziele zu setzen. Das gilt für alle Personen, nicht nur bei Parkinson. Statt sich vorzunehmen, mehr Obst essen, kann zum Beispiel ein Ziel lauten: Ich esse zu jedem Frühstück eine Frucht. Wer sich gesünder ernähren möchte, sollte nicht zu viel aufs Mal verändern, sondern schrittweise vorgehen und mit dem Vorsatz starten, den einzuhalten am einfachsten fällt.

Wie können Sie als Ernährungsberaterin diese Personen unterstützen?
Wir können im Gespräch gemeinsam nach Dingen suchen, bei denen Veränderungen leichter fallen. Vielen fällt es zum Beispiel einfacher, beim Frühstück etwas anzupassen. Darauf kann die Priorität gesetzt werden. Wer sich daran halten kann, hat dann ein Erfolgserlebnis. Das steigert die Motivation, den nächsten Schritt zu machen und einen weiteren Punkt in der Ernährung anzupassen. 

Besteht auch die Gefahr, dass Betroffene die Freude am Essen verlieren, wenn sie sich zu stark auf die Ernährung konzentrieren? 
Ja, es gibt das Spannungsfeld zwischen Ernährungsempfehlungen und der Lebensqualität. Mir ist dabei sehr wichtig, dass ich den Personen, die zu mir in die Sprechstunde kommen, nichts verbiete, ihnen nichts wegnehme. Vielmehr versuche ich, sie darauf zu sensibilisieren, was bereits gut gelingt und wo noch Optimierungspotenzial besteht. Also darauf, wie häufig sie zum Beispiel gewisse ungesunde Nahrungsmittel wie Süssigkeiten zu sich nehmen. Dann geht es darum, einen Weg zu finden, diese zu integrieren. Wichtig ist, eine gute Balance zu finden zwischen Dingen, die gesund sind und anderen.

Wie lässt sich die Freude am Essen bewahren oder zurückgewinnen? 
Soziale Kontakte sind wichtig. Und eine gewisse Lockerheit und Vertrauen zum Essen. Es kommen immer wieder Menschen zu mir in die Sprechstunde, die Angst davor haben, sich zu schaden, wenn sie bestimmte Dinge essen. Doch diese Sorgen sind unbegründet. Menschen mit Parkinson dürften alles essen. Wie bei vielem kommt es auf das Mass an. 

Weshalb ist das gerade für Menschen mit Parkinson wichtig?
Die Erkrankung ist vielfach mit Appetitlosigkeit verbunden. Zudem wird die Nahrungsaufnahme durch motorische Symptome und Schluckstörungen erschwert. Das führt dazu, dass viele Menschen mit Parkinson von Mangelernährung betroffen sind. Das zeigt sich darin, wenn jemand ungewollt Gewicht verliert. Die Kraft und der Antrieb lassen nach, das Sturzrisiko steigt – Betroffene kommen so in eine Negativspirale.

August 2026

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Auf dieser Website finden sich ausführliche Informationen darüber, was eine ausgewogene Ernährung ausmacht, was Menschen mit Parkinson beachten sollten und viele konkrete Tipps. 

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