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Ernährungstipps: So fördert das Essen die Lebensqualität

Mit Essen lässt sich bei Parkinson viel erreichen. Symptome können gemildert, das Wohlbefinden verbessert werden. Worauf kommt es dabei an? Welche Bedeutung hat die Mittelmeerküche? Und weshalb interessieren sich viele für Beeren und grünes Blattgemüse?

Was soll ich essen, um Parkinsonsymptome zu lindern? Und wie kann ich damit das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen? Diese Fragen stellen sich viele Betroffene. Um es vorwegzunehmen: Lebensmittel, die Wunder bewirken, gibt es nicht, ebenso wenig eine allgemeingültige Parkinsondiät.

Wer mit Parkinson lebt, kann grundsätzliche alles essen. Allerdings sind gewisse Lebensmittel besser als andere, das belegen zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen. Und es zeigt sich, dass bestimmte Ernährungsweisen Parkinsonsymptome mildern können.

Mit Essen lässt sich viel erreichen

Dieses Wissen können Menschen mit Parkinson nutzen. Was sie essen, wie oft sie sich bewegen, das alles hat einen Einfluss auf ihre Lebensqualität. Das Interessante daran: Diese Verbesserungen können schon nach relativ kurzer Zeit spürbar werden.

Mit anderen Worten: Wie gut es Betroffenen geht, liegt ein Stück weit auch in ihren eigenen Händen. Das ist deshalb wichtig, weil sich Therapien bis heute darauf beschränken, die auftretenden Symptome zu lindern. Und auch die Angehörigen spielen dabei eine grosse Rolle. Denn Essgewohnheiten lassen sich einfacher verändern, wenn einem das ganze Umfeld dabei unterstützt.

Vorteilhafte Mittelmeerküche

Eine schmackhafte Art, sich vielseitig und ausgewogen zu ernähren, stellt die Mittelmeerküche dar. Und sie lässt sich einfach umsetzen. Davon profitieren nicht nur Menschen mit Parkinson, sondern alle Menschen. Denn schon lange ist bekannt, dass damit das Risiko für Fettleibigkeit, Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs gesenkt werden kann. 

Wie es der Name sagt, ist diese Ernährungsweise in Mittelmeerländern verbreitet. Wer dabei an Italien und Pizza, Pasta oder Panna cotta denkt, liegt aber falsch. Vielmehr zeichnet sich diese Küche durch einen hohen Anteil an pflanzlichen Nahrungsmitteln aus.

Diese Zutaten gehören zur mediterranen Küche: 

  • pflanzliche Nahrungsmittel: Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse (liefern Vitamine und Mineralien und Ballaststoffe)
  • gesunde Fette: vor allem Olivenöl (enthält ungesättigte Fettsäuren)
  • Fisch und Meeresfrüchte: vor allem fettreiche Sorten wie Lachs oder Sardinen (enthalten entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren)
  • Zwiebeln, Knoblauch und Kräuter (Basilikum, Oregano, Rosmarin und Thymian, möglichst frisch); verleihen Geschmack und können Salz ersetzen

Nur in geringen Mengen sollen rotes Fleisch, Milchprodukte, Süssigkeiten und allgemein verarbeitete Lebensmittel konsumiert werden.

Positiver Effekt bei Parkinson

In den letzten Jahren wurde in verschiedenen Studien nachgewiesen, dass mit einer mediterranen Ernährung der Verlauf der Erkrankung positiv beeinflusst werden kann. So traten etwa die ersten Parkinsonsymptome bei Menschen, die sich mediterran ernährten, später auf. Andere Untersuchungen zeigten, dass Verdauungsprobleme und motorische Symptome abnehmen. Und auch ein positiver Effekt auf die Lebensqualität insgesamt wurde festgestellt. Allerdings wurde dieser Zusammenhang nicht bei allen Studien nachgewiesen, weshalb die Effekte der Mittelmeerküche bei Parkinson weiter erforscht werden müssen.

Schutz dank MIND-Diät

Mit der Mittelmeerküche verwandt ist die MIND-Diät. Sie basiert auf der mediterranen Ernährung, zielt aber zudem darauf, Bluthochdruck zu verhindern und so besser vor neurodegenerativen Erkrankungen zu schützen. Dadurch rücken salzarme, ballaststoffreiche Nahrungsmittel in den Vordergrund. Dazu zählen Beeren sowie grünes Blattgemüse wie Spinat oder Rucola. Der Konsum von Milchprodukten wie Käse oder Butter sollte hingegen eingeschränkt werden.

Zur MIND-Diät liegen ebenfalls Untersuchungen vor, und auch sie zeigen eine positive Wirkung. Wer sich daran hält, erkrankt seltener respektive erst später an Parkinson. Zudem wurde beobachtet, dass die Erkrankung langsamer fortschreitet. Wie bei der Mittelmeerküche braucht es auch zu dieser Ernährungsform noch weitere Forschung. 

Wertvolle Antioxidantien 

Der positive Effekt der MIND-Diät wird unter anderem auf den Einfluss von grünem Blattgemüse und Beeren zurückgeführt. Diese sind reich an sogenannten Antioxidantien wie Carotinoide, Flavonoide, Folsäure und die Vitamine C und E. Diese Stoffe können Körperzellen schützen und Entzündungen hemmen.

Osteoporose

Wer sich abwechslungsreich ernährt, versorgt den Körper in der Regel ausreichend mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Die Einnahme von ergänzenden Produkten kann bei bestimmten Beschwerden, Erkrankungen oder auch besonderen Ernährungsformen wie einer veganer Ernährung angezeigt sein oder wenn sich in Blut- oder anderen Untersuchungen ein Mangel zeigt. 

Dazu gehört Osteoporose, also die Abnahme der Knochendichte. Dies kann bei Parkinson häufiger auftreten, denn aufgrund der oft verminderten körperlichen Aktivität schreitet der altersbedingte Knochenabbau schneller voran. Damit steigt das Risiko für Knochenbrüche, gerade für Personen, die durch die Erkrankung nicht mehr gleich sicher auf den Beinen sind. 

Calcium und Vitamin D wirken Osteoporose entgegen. Dem Körper allein über die Nahrung ausreichende Mengen an Calcium zuzuführen, ist bei nachgewiesener Osteoporose schwierig. Vitamin D bildet unser Körper hauptsächlich durch Sonnenlicht. Wer sich nicht häufig draussen aufhält, kann den Körper in der kalten Jahreszeit nicht ausreichend damit versorgen. Bei einem festgestellten Mangel sollen deshalb phasenweise Vitamin D-Tropfen eingenommen werden.

Zuerst eine Diagnose

Auch ein Mangel an Vitamin B12 lässt sich durch eine Blutuntersuchung feststellen. Dieses Vitamin ist für Zellteilung, Blutbildung und Nervenfunktion wichtig und in Fleisch und Fisch, zum Teil auch in Milchprodukten und Eiern enthalten. Müdigkeit, Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Schmerzen in Füssen oder Händen können Anzeichen eines Mangels sein.

Etwas ist bei allen Nahrungsmittelergänzungen zu beachten: Statt gleich Supplemente einzunehmen, ist es besser, zuerst Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt zu nehmen. Und falls ein Defizit eines bestimmten Stoffs besteht, sollte das erforderliche Produkt in Rücksprache mit dieser Fachperson ausgewählt werden. Nicht alle Nahrungsmittelergänzungen, die im Detailhandel oder Internet erhältlich sind, haben ausreichende Qualitätskontrollen durchlaufen.

Auf einen Blick

Die wichtigsten Informationen zur Ernährung bei Parkinson können hier heruntergeladen werden.

Faktenblatt Ernährung

Tipp Kochbuch

Das Buch «Gut Essen Parkinson – 120 Rezepte» enthält, wie es der Titel verrät, eine grosse Zahl an Menüvorschlägen für Menschen mit Parkinson. Verfasst haben es die Ernährungsberaterin Julia König und der Facharzt für Neurologie Dr. med. Urban Fietzek. Bei der Auswahl der Gerichte achteten sie darauf, dass diese einfach zu kochen sind. Zudem liefert ein ausführlicher Einleitungsteil die wesentlichen Informationen über Parkinson und über die Besonderheiten, die bei der Ernährung zu beachten sind. Das Buch lässt sich im Shop von Parkinson Schweiz bestellen.

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