Pflege- und Alltagsfragen
Haben Sie Fragen zu Schlafproblemen, Mobilität, Blockaden oder zu Nebenwirkungen von Medikamenten oder Medikamenteninteraktionen?
Kontaktieren Sie unseren kostenlosen Beratungsdienst. Die Pflegefachfrau HF und Parkinson Nurse sucht gemeinsam mit Ihnen nach individuellen Lösungen.
Lina Fonseca
Leiterin Fachbereich Pflege und Weiterbildungen
Pflegefachfrau HF, Parkinson Nurse
043 277 20 69
Häufig gestellte Pflege- und Alltagsfragen
Bewegungsblockaden können plötzlich auftreten und sehr frustrierend sein: Welche einfachen und konkreten Strategien können Patientinnen und Patienten helfen, sich bei der Parkinson-Krankheit wieder zu «entblocken» und die Bewegung fortzusetzen?
Um Bewegungsblockaden zu überwinden, ist es wichtig, gemeinsam mit der Physiotherapeutin oder dem Physiotherapeuten die passenden Strategien zu finden. «Cueing» bezeichnet Strategien bzw. visuelle, akustische oder taktile Reize, die helfen können, eine Blockade zu überwinden. Es gibt auch Hilfsmittel wie den Parkinson-Gehstock, der einen Lichtstrahl auf den Boden projiziert. Dieser visuelle Reiz schafft ein «Hindernis», das dabei hilft, die Bewegungsblockade zu durchbrechen. Sobald das passende Cueing gefunden wurde, sollte möglichst immer dieselbe Methode verwendet werden, um sie gezielt zu verstärken und das Überwinden von Blockaden zu erleichtern. Kostenlose Broschüre: Tricks gegen Freezing
Ernährung und Therapie hängen eng zusammen: Welche Wechselwirkungen zwischen Parkinson-Medikamenten und Nahrung sollte man kennen, damit die Wirksamkeit der Behandlung nicht beeinträchtigt wird?
Der Einnahme der Parkinson-Medikamente muss besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Gerade Levodopa kann in seiner Bioverfügbarkeit und folglich in seiner Wirksamkeit durch eine proteinreiche Ernährung eingeschränkt werden. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass Proteine nicht aus der Ernährung gestrichen werden dürfen, da sie für die Muskulatur unverzichtbar sind. Wenn möglich, wird empfohlen, die Medikamente eine halbe Stunde vor oder eine Stunde nach der Mahlzeit einzunehmen.
Ein Lebensmittel, auf das besonders geachtet werden sollte, ist Grapefruitsaft. Dieser hemmt Enzyme, die im Darm und in der Leber vorkommen und für den Abbau verschiedener Medikamente wichtig sind. Dadurch können Wechselwirkungen oder erhöhte Medikamentenkonzentrationen auftreten. Ein zurückhaltender Konsum von Grapefruitsaft wird empfohlen.
Die richtige Einnahme der Medikamente kann entscheidend sein: Welche grundlegenden Regeln bezüglich Zeitpunkten, Einnahme und Zusammenhang mit den Mahlzeiten helfen dabei, den grösstmöglichen Nutzen aus der Therapie zu ziehen?
Es ist wichtig, die vom Neurologen festgelegten Einnahmezeiten genau einzuhalten, da jede Medikamentengabe – je nach Art des Medikaments – eine bestimmte Wirkungsdauer hat.
In der Regel legt der Neurologe die Einnahmezeiten anhand des Auftretens der Symptome fest. Deshalb ist es sehr wichtig, zum Arzttermin ein Parkinson-Tagebuch oder den Parkinson-Befindlichkeitsspiegel mitzubringen. Wenn diese mindestens eine Woche lang geführt werden, können darin sowohl die Einnahmezeiten der Medikamente als auch die Uhrzeiten des Auftretens der Symptome dokumentiert werden. Damit die Medikamente optimal aufgenommen werden können, wird eine ausreichende tägliche Trinkmenge (1,5–2 l) empfohlen.
Stürze gehören zu den grössten Sorgen: Welche praktischen Massnahmen im Alltag können helfen, sie zu vermeiden und mehr Sicherheit im täglichen Leben zu schaffen?
Zur Vorbeugung von Stürzen ist es wichtig, eine gute Beweglichkeit zu erhalten, insbesondere durch regelmässiges und bewusstes Gehtraining. Ausserdem sollten in der Wohnung Hindernisse entfernt werden, die ein Sturzrisiko darstellen, zum Beispiel Teppiche oder niedrige Tische, die den Weg versperren können. Gemeinsam mit der Physiotherapeutin, dem Physiotherapeuten oder der Ergotherapeutin bzw. dem Ergotherapeuten sollte geprüft werden, ob Hilfsmittel wie ein Rollator oder Gehstock sinnvoll sind. Wenn die Stürze mit Bewegungsblockaden zusammenhängen, sollten wirksame Cueing-Strategien ausprobiert und gegebenenfalls auch die medikamentöse Therapie überprüft werden, falls die Blockaden zu häufig auftreten.
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