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Betreuung über Nacht

Können Parkinsonbetroffene ab und zu über Nacht extern betreut werden, entlastet das pflegende Angehörige gezielt. Noch sind die Angebote aber knapp. 

Tagesheime und Tageszentren bieten wichtige Unterstützung bei der Betreuung von Parkinsonbetroffenen. Doch gerade dann, wenn diese auch in der Nacht auf Hilfe angewiesen sind, können pflegende Angehörige an ihre Grenzen stossen. 

Ein grosser Mehrwert

«Hier bietet eine Betreuung über Nacht einen grossen Mehrwert», sagt René Gossweiler, Leiter Bereich Beratung bei Parkinson Schweiz. Tagsüber werden die Betroffenen in einem Tagesheim betreut, danach steht ein Zimmer für sie bereit. Und am nächsten Tag bleiben sie bis nach dem Frühstück oder bis zum Abend, bevor sie wieder nach Hause gehen. René Gossweiler empfiehlt, für solche Aufenthalte immer auch einen Fahrdienst in Anspruch zu nehmen. «Müssen Angehörige Betroffene am Morgen hinfahren und am nächsten Tag wieder abholen, ist das häufig mit Stress verbunden. Werden sie abgeholt und wieder gebracht, gibt das den Angehörigen zusätzliche Zeit, um sich zu erholen.» Damit Parkinsonbetroffene das Nachtangebot einer Einrichtung in Anspruch nehmen können, sollten sie dort bereits regelmässig tagsüber betreut werden. So ist gewährleistet, dass die Pflegenden ihre individuellen Bedürfnisse kennen.

Zu wenig Angebote

Wer diese Entlastung über die Nacht sucht, stösst allerdings auf eine Schwierigkeit: In der Schweiz bieten noch immer viele Tagesheime und -zentren keine solche Betreuung an. Doch nun setzt ein Wandel ein: Über die letzten paar Jahre haben mehrere Einrichtungen Nachtangebote eingerichtet. Ein Beispiel ist die Villa Bernadette im bernischen Lyss. Seit zwei Jahren werden dort pflegebedürftige Menschen auch über Nacht betreut. «Auf diese Weise bieten wir Angehörigen eine Entlastung. Das hilft, damit Betroffene möglichst lange zu Hause leben können », sagt der Leiter Mauro Balerna. Wie gross das Bedürfnis nach Nachtbetreuung ist, zeigt sich auch beim CAT Résidence la Girarde in Epalinges im Kanton Waadt. Dort werden seit 2020 Aufenthalte über Nacht angeboten. «Unsere vier Zimmer sind fast immer besetzt», sagt die Verantwortliche Elisabeth Pato. «Meistens müssen wir eine Warteliste führen.» 

 

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