01. September 2017

Mobilität: Digitale Hilfsmittel

Magazin Parkinson 127/2017


Digitalisierung im Gesundheitsbereich

Die Digitalisierung schreitet schnell voran. Die Frage stellt sich, ob smarte Technologien auch Parkinsonbetroffene unterstützen können. Neben viel Potenzial gibt es auch grosse Unsicherheiten.

Befragen Sie «Dr. Google» zu Gesundheit und Krankheit? Viele suchen Gesundheitsinformationen im Internet. Wie wählen Sie in Zeiten von Falschinformationen und bei der Flut an Artikeln über Gesundheit im Internet die für Sie vertrauenswürdigen Informationen aus? Es ist nicht einfach, den Überblick zu behalten. Nicht immer bieten die bei der Google-Suche zuerst erscheinenden Resultate die besten Informationen. Hilfreich ist es sicher, sich nicht nur auf eine Quelle zu verlassen, sondern die Übereinstimmung der Informationen auf verschiedenen Kanälen zu überprüfen.
Als Hilfe für Patienten und Fachleute gibt es verschiedene Initiativen. Transparenzkriterien bietet z. B. der HONcode an. Seit 1996 akkreditiert diese Schweizer Stiftung Gesundheits-Webseiten und weist dadurch auf seriöse und vertrauenswürdige Gesundheitsinformationen hin. Im HONcode werden Kriterien wie Qualifikation des Autors, Aktualität der Informationen, Quellenangaben und Datenschutzerklärung einbezogen. Auch die afgis-Kriterien bieten eine ähnliche Struktur zur Bewertung.
Überprüfen Sie, ob die von Ihnen favorisierte Gesundheits-Webseite ein «Gütesiegel» hat. Für weiterführende Informationen nutzen v. a. auch Patienten mit chronischen Erkrankungen Patientennetzwerke (z. B. patientslikeme). Auch hier lohnt es sich, genau hinzuschauen: Wer steht dahinter? Wie werden die von mir eingegebenen Daten weiterverwendet und weitergegeben? Und an wen?

Qualitative Apps

Letzthin wurde bereits das 10-jährige Jubiläum des iPhones gefeiert. Mit dem Aufkommen der Smartphones sind Apps (kurz für engl. «applications», Anwendungen) zunehmend auch im Gesundheitsbereich in Erscheinung getreten. Zuerst vor allem als Wellness- und Lifestyle-Produkte gedacht, gibt es immer mehr Anwendungen in der Gesundheitsförderung sowie in der Prävention und Langzeitbetreuung von Patienten mit chronischen Erkrankungen. Auch hier ist die Qualität der angebotenen Anwendungen sehr unterschiedlich. Eine genaue Prüfung und Abwägung lohnt sich.
Es gibt verschiedene Initiativen, die Qualität bewerten, jedoch keinen abschliessenden «Katalog der guten Gesundheits-Apps». Zu erwähnen ist der Code of Conduct on privacy for mHealth apps der EU, der nach der endgültigen Verabschiedung ein freiwilliges Instrument werden soll, auf das sich App-Entwickler verpflichten können.
CE-zertifizierte Medizin-Apps haben eine Qualitätsprüfung durchlaufen, sind aber leider noch selten zu finden. Auch Organisationen und Stiftungen haben Apps herausgegeben (vgl. Kasten). Gesundheitsdaten sind besonders schützenswert. Datenschutz und Datensicherheit sind gerade in diesem Bereich sehr wichtig. Verzichten Sie im Zweifelsfall bei Unsicherheit auf das Herunterladen einer App.      Dr. med. Cornelia Marti

Dateien:
Brennpunkt_PM_127_de.pdf(341 Ki)

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