17. März 2017

Parkinson und Finanzen: Sozialversicherungen

Magazin Parkinson 125/2017


Für die Lebensqualität ist die finanzielle Sicherheit zentral. Die Folgen von Parkinson können aber zu Engpässen führen. Parkinson Schweiz berät Betroffene zu Finanzfragen kostenlos.

Es gibt verschiedene Gründe, warum jemand Leistungen nicht beansprucht, die ihm oder ihr rechtlich zustehen. Bei den Sozialversicherungen ist es oft Scham. Deshalb ist eine persönliche Beratung wichtig. Das System der Sozialversicherungen ist dasselbe, wie bei Sachversicherungen. Die versicherten Risiken wie Krankheit oder Pflegebedürftigkeit werden gemeinsam von allen Versicherten getragen.

Sozialversicherungen sind beispielsweise AHV/IV und die Krankenversicherung. Auch die Ergänzungsleistungen sind Teil der Sozialversicherungen, nur werden die «Prämien» über die Steuern eingezogen. Die Hilflosenentschädigung ist eine Leistung der AHV/IV für Personen, die auf spezielle Hilfe Dritter angewiesen sind. Betroffene sind oft verunsichert, ob sie bereits antragsberechtigt sind. Zudem erschwert die Parkinsonerkrankung mit ihrem schleichenden, fluktuierenden Verlauf das korrekte Ausfüllen der Antragsformulare. Das Beratungsteam von Parkinson Schweiz unterstützt Betroffene gerne und kostenlos, insbesondere bei Fragen rund um Parkinson am Arbeitsplatz und zu Ergänzungsleistungen.

Die Hilflosenentschädigung

Mit fortschreitendem Parkinson sind Betroffene zunehmend auf Hilfeleistungen der Angehörigen angewiesen. Weil die benötigte Hilfe schleichend zunimmt, wird sie oft als selbstverständlich angesehen. Wenn Parkinsonbetroffene dann fast rund um die Uhr von Angehörigen unterstützt und gepflegt werden, kann es bei letzteren zu Erschöpfungserscheinungen kommen. Sie können zwar alles machen, aber alles zusammen geht nicht. Eine dringend benötigte Entlastung sowie Hilfsmittel sind jedoch mit Kosten verbunden. Die Hilflosenentschädigung kann einen Teil dieser Auslagen decken. Der Anspruch darauf ist nicht vom Einkommen oder Vermögen abhängig. Grundsätzlich hat jede Person, die seit mindestens einem Jahr bei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig auf die Hilfe Dritter angewiesen ist, Anspruch auf Hilflosenentschädigung. Für die Bemessung der Hilflosigkeit ist massgebend, bei welchen und wie vielen der nachfolgend aufgeführten Alltagsarbeiten die betroffene Person Hilfe benötigt:

•    Aufstehen, sich setzen, sich hinlegen
•    Sich an- oder ausziehen
•    Körperpflege
•    Verrichten der Notdurft
•    Essen und trinken
•    Fortbewegung, Kontakt mit der Umwelt
•    Überwacht werden müssen

Benötigen Betroffene, die das AHV-Alter noch nicht erreicht haben, bei mindestens zwei der aufgeführten Tätigkeiten Hilfe (Hilflosigkeit leichten Grades), haben sie mit grösster Wahrscheinlichkeit Anspruch auf Hilflosenentschädigung (siehe Tabelle 1). Für Personen im AHV-Alter, die zu Hause wohnen, gelten die gleichen Kriterien wie für Personen im IV-Alter. Personen im AHV-Alter, die im Heim leben, müssen indes bei mindestens vier Tätigkeiten auf die Hilfe Dritter angewiesen sein (Hilflosigkeit mittleren Grades), um einen Anspruch geltend machen zu können.

Wenn Sie unsicher sind, ob in Ihrer Situation ein Anspruch auf Hilflosenentschädigung bestehen könnte, kontaktieren Sie das Beratungsteam von Parkinson Schweiz. Es wird Sie auch beim Ausfüllen des Antrages unterstützen.   René Gossweiler

Dateien:
D_magazin_125_brennpunkt.pdf(530 Ki)

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