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11. Oktober 2019

In Bewegung bleiben trotz Parkinson

Die Informationstagung vom 4. Oktober in Zihlschlacht orientierte die Besucherinnen und Besucher über digitale Hilfsmittel und zeigte auf, dass Bewegung, Tanz und Rhythmus Blockaden lösen und Stürze verhindern können.


Unter dem Motto «In Bewegung bleiben trotz Parkinson» fand bereits zum 20. Mal die Parkinson-Infotagung in Zihlschlacht statt. Nachdem sich der helle Saal bald mit rund 180 Besuchern gefüllt hatte, begrüssten Dr. med. Matthias Oechsner, Leiter des Parkinsonzentrums der Rehaklinik Zihlschlacht, Prof. Dr. med. Carsten Möller, Stv. Chefarzt, sowie Carmen Stenico, Geschäftsführerin von Parkinson Schweiz, das Publikum.

Das erste Referat zu den «Digitalen Hilfsmittel im Alltag» hielt Frau Dr. med. Cornelia Marti. Die Technologien entwickeln sich rasant, wodurch es anspruchsvoll ist, die richtigen Hilfsmittel für sich herauszufiltern. Die Referentin legte den Zuhörerinnen und Zuhörern nahe, die unterschiedlichen Webseiten und Applikationen genau anzusehen und mit Vorsicht zu verwenden. Sie riet, darauf zu achten, ob die Angebote seriös sind und ob sie eine unabhängige Prüfung durchlaufen haben und dadurch eventuell sogar über ein «Gütesiegel» verfügen. Sie wies darauf hin, dass Gesundheitsdaten besonders sensibel, schützenswert und auch wertvoll sind. Sie empfahl sich zu überlegen: Welche Angaben möchte ich an wen weitergeben? Was sind mögliche Konsequenzen? Vertraue ich dem Anbieter? Ist der Datenschutz gewährleistet?

Frau Dr. med. Marti stellte die vielseitige MoveApp vor. Diese Applikation wurde zur Unterstützung der Bewegungstherapie für Parkinsonbetroffene entwickelt. Sie verfügt über 20 Videos mit Anleitungen zum Bewegungstraining, bietet Hilfsmittel wie ein einstellbares Metronom, ein interaktives Sprechbrett und ein umfassendes Bewegungsprotokoll und kann zudem Unterstützung in der Medikation leisten.

Dass Tanzen Therapie und Spass zugleich ist, vermittelte die Kursleiterin von «Parkinson bewegt» Alexandra Steurer in ihrem Beitrag. Sie erklärte, dass unser Gehirn durch viele Wiederholungen und häufiges Tanzen trainiert wird. Der Rhythmus kann Parkinsonbetroffenen helfen, Blockaden zu lösen und nachhaltig ein stabileres Gangbild zu ermöglichen.

Zum Abschluss der Veranstaltung beantwortete das Team des Parkinsonzentrums Fragen aus dem Publikum.

(Text Sabrina Schneider, Bilder Reto Schneider)