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20. Oktober 2020

Informationstagung in Zihlschlacht

Die Rehaklinik Zihlschlacht hat sich trotz Corona-Pandemie für die Durchführung der Parkinson-Informationstagung am 2. Oktober entschieden.


Unter strikter Einhaltung der speziellen Hygienemassnahmen konnten am 2. Oktober lediglich 50 – anstelle von 150 bis 200 – Personen in Zihlschacht anwesend sein. Das Grusswort von Susann Egli an die Anwesenden war in doppelter Hinsicht eine Premiere. Sie ist seit August Geschäftsführerin von Parkinson Schweiz und in Zihlschlacht fand die erste realisierte Informationstagung des Jahres statt. Dr. med. Matthias Oechsner führte durch den Anlass.

Das Publikum hat viel Interessantes und Wissenswertes erfahren. Prof. Dr. med. Carsten Möller referierte über die aktuell zugängliche Medikation bei Parkinson. Dabei ging er auf die Vor- und Nachteile der jeweiligen Medikamente ein. Zudem konnte der Referent eine News vermelden: Am Vortag sei publik geworden, dass das Medikament Ongentys (COMT-Hemmer) neu kassenpflichtig sei.

Die Physiotherapeutin Susanne Brühlmann wies auf die bedeutende Rolle der täglichen Bewegung von Parkinsonbetroffenen hin. Die Zuhörenden erfuhren, dass Cues (Tricks zur Überwindung von Freezing, plötzliche Blockaden) funktionieren, weil beim Cueing die Areale für die automatische Bewegung im Gehirn umgangen werden. Susanne Brühlmann erwähnte auch die Parkinson-spezifischen Bewegungs- bzw. Sprachtherapien LSVT®-Big und LSVT®-Loud. «Der Input ‹gross› triggert viele Bewegungssysteme.» Die Physiotherapeutin setzte die Vortragsinhalte gleich praktisch um und animierte das Publikum, sich mit grossen Bewegungen und lauter Stimme beweglich für die nachfolgende Kaffeepause zu machen.

Die Ergotherapeutin Alexandra Menig thematisierte anschliessend motivierende Faktoren, die helfen, langfristig und regelmässig Freude am Training zu haben. «Musik kann stimulierend wirken.» Wichtig sei auch, den richtigen Trainingspartner zu finden und die individuell richtige Tageszeit für das Training zu wählen. Zudem helfe es, für sich selber ein Ziel zu setzen, das realistisch, messbar, terminiert und spezifisch sei, damit man dranbleibe.

Die Sporttherapeutin Peggy Tiebel sprach über die Robotik in der Therapie. «Robotergestützte Therapie schaltet das Sturzrisiko während der Therapie aus.» Das sei ein grosser Vorteil für sturzgefährdete Betroffene. So könnten normale Bewegungsabläufe angstfrei und ohne Verletzungsrisiko wiedererlangt werden. Zum Abschluss gab es eine rege genutzte Fragerunde.
Text Elisabeth Ostler, Bilder Reto Schneider