News

18. Oktober 2019

«Ig, Du u de Parki» – ein Videoprojekt

Ein vielseitiges Programm erwartete die über 200 Besucherinnen der Informationstagung vom 14. Oktober am Inselspital in Bern.


Prof. Dr. med. Paul Krack, Leiter des Zentrums für Bewegungsstörungen am Inselspital Bern, begrüsste die zahlreichen Gäste. Das erste Referat hielt Mathias Sturzenegger, emeritierter Professor. Er vertiefte das Thema der Lebensqualität mit/trotz Parkinson und zeigte auf, dass vor allem die inneren Faktoren, wie die Einstellung und die eigene Haltung einen massgeblichen Einfluss auf die Lebensqualität haben. Prof. med. Sturzeneggers Fazit war, dass Lebensqualität mit/trotz Parkinson ein anspruchsvoller Balanceakt ist, der nicht alleine unternommen werden soll. 

Ist die medikamentöse Therapie ein Fluch oder ein Segen? Dieser Frage stellt sich Prof. Dr. med Paul Krack anhand von verschiedenen Aspekten einer Therapie wie, Wirksamkeit, Heilung oder Nebenwirkung. Krack betonte, wie wichtig es ist über Parkinson zu sprechen. Er rief dazu auf, nie aufzugeben und gegen die Krankheit zu kämpfen und nicht gegen die Diagnose. 

Wann sag ich es wem und wie? Dieser heiklen Aufgabe widmete sich René Gossweiler, Leiter Beratungen und Bildung bei Parkinson Schweiz. Er rät, dass man bei einem Outing beispielhaft aufzeigen soll, wie man von Parkinson betroffen ist und unbedingt auch erwähnt, was nicht von der Krankheit beeinträchtigt ist.

Ein weiteres Thema an diesem Nachmittag war die Apathie. Deborah Amstutz, Neuropsychologin, stellte den Einfluss der Apathie auf die Beziehung in den Mittelpunkt. Die Antriebsverminderung der Apathie macht in einer Beziehung, dass man weniger gemeinsame Aktivitäten unternimmt und damit weniger gemeinsame Erlebnisse teilen kann. Um dem entgegenzuwirken kann man gemeinsam versuchen, Aktivitäten im Alltag fest einzuplanen.

Als Abschluss wurde der Kurzfilm «Ig du u de Parki» als Premiere gezeigt. Die Filmerin Bettina Rotzetter und Dr. med. Ines Debove, Oberärztin am Inselspital, begleiteten einen Tag lang Silvia und Ruedi, zwei Parkinsonbetroffene. Der Film kann auf der Website des Inselspital Bern und von Parkinson Schweiz angesehen werden.

Die abschliessende Fragerunde schloss den intensiven und spannenden Nachmittag ab.