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18. November 2020

Covid-19 und Parkinson

Die Parkinsonkrankheit und deren aktuelle Behandlungen erhöhen nicht das Risiko, an Covid-19 zu erkranken. Interview mit Karin Paus.


Frau Paus, gehören Parkinsonbetroffene zur Risikogruppe?    
Die Parkinsonkrankheit und deren aktuelle Behandlungen erhöhen nicht das Risiko, an Covid-19 zu erkranken oder eine schwere Form der Erkrankung zu entwickeln, da sie nicht das Immunsystem betreffen – dies im Gegensatz zu chronisch-entzündlichen Erkrankungen oder einer das Immunsystem unterdrückenden Therapie.

Zur Risikogruppe gehören hingegen alle über 60-Jährigen, die gleichzeitig an einer andern, das Immunsystem beeinflussenden Erkrankung (erhöhter Blutdruck, Kreislauferkrankung, Diabetes, Erkrankung der Atemwege, Krebs, Fettleibigkeit usw.) leiden und entsprechend anfälliger sind.

Verschlimmern sich die Parkinsonsymptome bei einer Ansteckung mit Covid-19?

Ja. Allerdings trifft dies auch auf andere Infektionen zu (Grippe, Harnwegsinfektion, Zahnwurzelentzündung usw.), die alle die Parkinsonsymptome verschlimmern, und zwar noch eine Weile nach dem Abklingen der Infektion.

Wie kann man sich vor Covid-19 schützen?
Es gelten für alle die Schutzmassnahmen gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG): Hände waschen und desinfizieren, Abstand halten, Masken tragen.

Parkinsonbetroffenen, die auf Covid-19 hinweisende Krankheitssymptome haben (Fieber, trockener Husten, Muskelschmerzen, Verlust des Geschmackssinns, Atembeschwerden), wird empfohlen, Kontakt zum behandelnden Arzt aufzunehmen. Dieser wird über das – je nach Schwere der Symptome – korrekte Vorgehen informieren.

Interview Dr. phil. Eva Robmann (September 2020). Karin Paus beantwortet die französischsprachige Hotline zu Pflege- und Alltagsfragen von Parkinson Schweiz.

BAG: Massnahmen und Verordnungen