Patientenverfügung für parkinsonbetroffene Menschen

Eine Patientenverfügung, wie die von Parkinson Schweiz gemeinsam mit Dialog Ethik erarbeitete Patientenverfügung für parkinsonkranke Menschen, ist eine schriftliche, von Hand datierte und unterzeichnete Willensbekundung, die festhält, welche medizinischen Massnahmen im Falle der Urteilsunfähigkeit abgelehnt werden beziehungsweise welchen Massnahmen zugestimmt wird. Die Patientenverfügung kann ergänzend zu oder anstelle von Anordnungen über medizinische Massnahmen eine Person (Stellvertreter) bezeichnen, die bei einer Urteilsunfähigkeit des Verfassers über medizinische Massnahmen entscheiden soll (Art. 370 ZGB).

Im neuen Erwachsenenschutzrecht (ab 1.1.2013) ist eine solche Patientenverfügung erstmals gesamtschweizerisch rechtlich geregelt: Ein behandelnder Arzt muss bei jedem urteilsunfähigen Patienten abklären, ob dieser eine Patientenverfügung erstellt hat!

Dies kann der Arzt auf der Versichertenkarte der obligatorischen Krankenversicherung prüfen. Dazu kann ab 2013 jeder Bürger auf seiner Versichertenkarte einen Vermerk anbringen, der festhält, dass eine Patientenverfügung erstellt wurde und wo sich diese befindet. Damit ist gewährleistet, dass der behandelnde Arzt in der Entscheidungssituation die Patientenverfügung auch einsehen kann.

Der Arzt ist gesetzlich verpflichtet, der Patientenverfügung entsprechend zu handeln. Einzige Ausnahmen:

  • Die Patientenverfügung enthält Forderungen, die gegen Schweizer Recht verstossen.
  • Die Patientenverfügung wurde offensichtlich unter Druck erstellt.
  • Es bestehen klare Indizien, dass die Patientenverfügung nicht mehr dem mutmasslichen Willen der verfügenden Person entspricht.

Der Arzt muss künftig zudem schriftlich festhalten, wenn er der Patientenverfügung nicht entspricht. Damit wird die Verbindlichkeit von Patientenverfügungen erhöht.

Download:
Patientenverfügung für parkinsonbetroffene Menschen (PDF-Download, 690KB)
Wegleitung zur Patientenverfügung (PDF-Download, 754KB)

Hinterlegung Ihrer Patientenverfügung
Speichern Sie den Aufbewahrungsort Ihrer Patientenverfügung auf Ihrer Versichertenkarte der obligatorischen Krankenversicherung: Damit ist gewährleistet, dass die Patientenverfügung im Notfall vom Arzt berücksichtigt wird. Diese Registrierung des Hinterlegungsortes auf der Versichertenkarte kann z.B. Ihr Hausarzt ab 2013 in seiner Praxis für Sie übernehmen.

Weitere Auskünfte: Dialog Ethik, www.dialog-ethik.ch