Stereotaxie

In den letzten Jahren haben Operationen am Gehirn bei der Behandlung der Parkinsonkrankheit – die so genannten funktionell stereotaktischen Eingriffe - durch technische Verfeinerungen an Aktualität gewonnen. Diese Hochpräzisionseingriffe können oft eine vorübergehende, deutliche Verbesserung des Gesundheitszustandes des Patienten erreichen. Die Operationen halten jedoch das Fortschreiten der Krankheit nicht auf.

In der Regel ist man bei der Entscheidung für eine Operation eher zurückhaltend. Die Arbeitsgruppe der Therapiekommision der Schweizerischen Neurologischen Gesellschaft (SNG) hält fest, dass eine Operationsindikation vom Neurologen und Neurochirurgen gemeinsam gestellt werden soll.

Mit Durchtrennen gewisser Nervenbahnen oder dem Einbau einer Elektrode ins Gehirn, die Impulse abgibt, können die Symptome positiv beeinflusst werden.

Beide Operationen werden unter Lokalanästhesie durchgeführt, denn eine aktive Mitarbeit des Patienten ist notwendig. Bildgebende Verfahren, der Einsatz des stereotaktischen Ringes – ein Ring aus Edelmetall, der an den Schädel des Patienten angeschraubt wird – sowie weitere Verfahren erlauben es, den Zielpunkt des Eingriffes genau zu bestimmen.

Läsionsmethode

Durch ein kleines Bohrloch in der Schädeldecke wird eine dünne Elektrode zu einem genauen Zielpunkt im Gehirn geführt. Die Elektrodenspitze wird erwärmt, so dass gewisse Nervenbahnen durchtrennt (durch die Hitze zerstört) werden. Diese Methode wird heute kaum mehr gemacht. Sie ist irreversibel, also nicht mehr rückgängig zu machen.

Stimulationsmethode (DBS)

 Bei dieser Methode wird eine Elektrode im Zielpunkt im Gehirn eingebaut. Diese wird dann mit einem Schrittmacher verkabelt, der im Fettgewebe der Haut unterhalb des Schlüsselbeins eingebaut wird. Die elektrischen Impulse bewirken eine Verbesserung der Symptome. Der Schrittmacher kann ferngesteuert ein- und ausgeschaltet werden. Die Batterie muss man nach drei bis fünf Jahren ersetzen. Notfalls kann man die Implantate wieder ganz entfernen.

Diese Methode, Deep Brain Stimulation (DBS) genannt, ist das moderne neurochirurgische Verfahren und wird häufig gemacht. Dennoch ist die Indikation relativ selten, nur etwa fünf bis zehn Prozent aller Parkinsonkranken eignen sich für diese Operation. Aussschlaggebend dafür sind der Verlauf der Krankheit, die Symptomatik, Alter, Zustand und Umfeld des Patienten. Die Abklärungen im Vorfeld dieser Operationsmethode sind sehr ausführlich.

Operationen an Schweizer Spitälern

Es gibt in der Schweiz nur wenige Spitäler und Kliniken, welche diese Arten von Operationen durchführen, derzeit in Basel, Bern, Lausanne, St.Gallen, Zürich und Genf. Verlässt der Spezialist jedoch die Klinik, kann dieses Angebot wegfallen. Wenden Sie sich deshalb für aktuelle Adressen direkt an Parkinson Schweiz.