Wiederkehrende Muskelkrämpfe

Ich, Pflegefachfrau, betreue eine Parkinsonpatientin, die fast täglich an einem bis zu 30 Minuten dauernden, starken Muskelkrampf im Nacken-Schulter-Bereich leidet. Sie legt sich dann hin oder wird im Rollstuhl sitzend mit einem Kissen im Nacken gestützt. Sie empfindet diese Stellungen als Entlastung. Man sagt doch aber «Druck erzeugt Gegendruck». Ist die Massnahme mit dem Kissen sinnvoll oder kontraproduktiv?

Der Muskelkrampf gehört bei vielen Parkinsonbetroffenen zum Krankheitsbild und kann jeden Muskel/jede Muskelgruppe betreffen. Schmerzhafte Krämpfe im Nacken-Schulter-Bereich sind dabei mit am häufigsten. Wenn Ihre Massnahme mit dem Kissen im Nacken respektive die Flachlagerung im Bett hilfreich sind, die Schmerzen allmählich abklingen, spricht absolut nichts dagegen, sie durchzuführen. Wenn der Krampf, wie Sie beschreiben, nie länger als 30 Minuten dauert und die Entlastung mit dem Kissen funktioniert, würde ich das weiterhin genauso machen. Oft ist der Krampf (Dystonie) Ausdruck eines eher knappen Dopaminspiegels und wird nicht selten von einer Phase überschiessender Beweglichkeit (Dyskinesien) abgelöst. Sollte dies bei Ihrer Patientin der Fall sein, wäre ein Besuch beim Neurologen angezeigt, um die Medikation zu prüfen und zu optimieren. Dafür ist es sinnvoll, im Vorfeld das Parkinson-Tagebuch (gratis bei Parkinson Schweiz erhältlich) auszufüllen. Anhand dieses über 1 bis 2 Wochen geführten Bewegungsprotokolls  wird für den Neurologen ersichtlich, zu welchen Tageszeiten die Symptomatik wie gut ist. So kann er die Medikation entsprechend anpassen. Sollte sich die Dauer des Krampfes verlängern oder sollte dieser öfter am Tag auftreten, ist der Besuch beim Neurologen umso ratsamer! Auch Wärmeapplikationen werden manchmal erfolgreich angewendet. Physiotherapie könnte ratsam sein. Zudem können solch schmerzhafte Krämpfe oft auch erfolgreich mit schnell wirksamen Parkinsonmedikamenten bekämpft werden. Hingegen zeigen konventionelle Schmerzmedikamente meist keine oder nur geringe Wirkung.  Elisabeth Ostler

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Krämpfe in den Augenlidern

Ich habe seit mehr als zehn Jahren Parkinson. Ich leide an zunehmend auftretenden, sehr belastenden Lidkrämpfen. Mein Hausarzt weiss keinen Rat. Können Sie mir helfen?

Lidkrämpfe (Blepharospasmus) können im Rahmen der Parkinsonkrankheit sowohl als direkte Folge der Krankheit wie auch als Folge der Behandlung auftreten, besonders wenn es zu einem Abfall der Dopaminspiegel kommt. Um im vorliegenden Fall Genaueres aussagen zu können, wären konkretere Angaben darüber nötig, unter welchen Bedingungen die Krämpfe auftreten. Je nach dem müsste dann die Parkinsontherapie angepasst werden. Falls damit kein Erfolg erzielt wird, können lokale Injektionen von Botulinumtoxin sehr gute Resultate ergeben.  Prof. Dr. med. Hans-Peter Ludin

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Krämpfe in den Beinen

Ich leide vor allem nachts unter Beinkrämpfen. Was kann man dagegen tun?

Die schmerzhaften Beinkrämpfe, die Sie beschreiben, sind typisch für den Abfall des Medikamentenspiegels unter eine kritische Grenze während der Nacht. Therapeutisch gibt es verschiedene Möglichkeiten, die getestet werden können. Am einfachsten wäre die Einnahme einer zusätzlichen Dosis von Madopar oder Sifrol in den frühen Morgenstunden (z.B. zwischen zwei und fünf Uhr). Gelegentlich lohnt es sich auch, auf Medikamente mit längerer Wirkungsdauer umzustellen. Falls diese Massnahmen nicht oder zu wenig wirksam sind, kann beim Auftreten der Krämpfe ein rasch wirkendes L-Dopa-Präparat (z.B. Madopar Liq) eingenommen werden. Die wirksamste Behandlung ist in den meisten Fällen die subkutane Injektion von Apomorphin durch die Patienten selber. Meist verschwinden die Krämpfe innerhalb weniger Minuten. Beim Apomorphin muss allerdings zuerst die optimale Dosis ausgetestet werden. Dazu müssen die Patienten lernen, die Injektionen zu machen, was aber keine Hexerei ist.  Prof. Dr. med. Hans-Peter Ludin

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